Vorbei an Skulpturen, gelangt man in die Werkstatt, über die ein alter Eichenbaum wie schützend seine Äste ausbreitet. Von einer besonderen Atmosphäre umgeben tritt man in ein Reich der Vergangenheit und der Gegenwart. Durch große Fenster im Dach fällt sattes Tageslicht auf die stattliche Sammlung der Arbeiten des Künstlers. Entlang einer Reihe vorbereiteter Gipsmodelle, an einen für den Transport verpackten „Sumo-Ringer“, führt der Weg an den Ort des Geschehens.

Die Arbeit an den Skulpturen gleicht einer Auseinandersetzung mit der Welt, der Wirklichkeit, mit sich selbst und dem Material. Hier entstehen aus den Materialien Bronze und Stein Formen, die bei der Bearbeitung durch spezifische Details ihre Gestalt annehmen. Aus Ton oder Gips werden zunächst Modelle in Originalgröße gefertigt. Für die Steinskulpturen werden diese Modellproportionen mit einem sog. Punktiergerät auf den Steinblock übertragen. Und wie seit Jahrhunderten wird man hier gewahr, dass physische Kraft und Werkzeuge des Steinmetzhandwerks eingesetzt werden müssen, um aus Steinen Lebewesen, Menschen und abstrakte Formen entstehen zu lassen. Etwas anders bei den Bronzeskulpturen, die erst in eine Gießerei müssen, bevor sie die letzte Bearbeitung durch die Hand erfahren.

 

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